Pilotenstreik: Jetzt droht Streik bei Air Berlin
Geschrieben von Ralf Becker am 3. März 2010 | Abgelegt unter Air Berlin

Die Zeichen stehen auf Streik (Foto: Pixel – Fotolia.com)
Frankfurt/Berlin, 02. März 2010 – Wenn’s erst einmal läuft: Nach dem Pilotenstreik der Lufthansa, der glücklicherweise nach kurzer Zeit beendet wurde, drohen nun die Piloten der zweitgrößten deutschen Airline Air Berlin / LTU und kündigten gestern schon mal dreistündige Warnstreiks an. Wann genau es dazu kommt, ist allerdings noch unklar. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will so die Arbeitsbedingungen verbessern.
Wie die Vereinigung Cockpit gestern mitteilte, wollen sie damit im Rahmen laufender Tarif-Verhandlungen Angebote von der Geschäftsführung der air Berlin-Gruppe erzwingen. Zum einen geht es um eine Angleichung der unterschiedlichen Dienst- und Ruhezeiten bei Air Berlin und der LTU. Die Piloten bei Air Berlin fliegen nach Aussage der VC am Limit der gesetzlich erlaubten Dienstzeiten.
Ein weiterer Streitpunkt sind die Langstrecken-Flüge der LTU. Derzeit fliegt die LTU Langstrecken nach Asien und die Westküste Nordamerikas mit zwei Piloten. Für diese Strecken sei es bei europäischen Fluggesellschaften aber üblich, mit drei Piloten zu fliegen, da bei geringer Abweichung der normalen Flugzeit das gesetzlich erlaubte Limit überschritten werde. Die VC fordert daher einen dritten Piloten für Langstrecken.
Air Berlin ist ‘not amused’ über diese vorzeitigen Warnstreiks, da gerade erst Gespräche über den Mantel-Tarifvertrag begonnen haben. Man habe sich erst zu einer Sondierung getroffen und ausgetauscht, über welche Themen man sprechen wolle. Nun würden Verhandlungstermine im März gesucht.
Erst vor zwei Wochen löste die Pilotengewerkschaft VC ein großes Chaos im weltweiten Flugverkehr durch den Streik bei Lufthansa / Germanwings aus. Obwohl der Streik vorzeitig beendet wurde, mussten tausende Passagiere auf andere Flüge oder auf die Bahn umgebucht werden. Da nicht absehbar war, wie lange der Lufthansa-Streik dauern würde, haben viele Passagiere ihre Flüge bei Air Berlin gebucht. Nun müssen diese auch hier mit Streiks und Flugausfällen rechnen.
An wen wende ich mich, wenn ich von dem Streik betroffen bin?
Wie schon bei dem Lufthansa-Pilotenstreik werden wir versuchen, Sie immer auf dem Laufenden zu halten. Auch hier gilt, wie bereits beim Lufthansa-Streik, wieder: Ansprechpartner ist in der Regel die Air Berlin selbst. Eine kostenlose Hotline gibt es (noch) nicht. Aber für Rückfragen zu getätigten Buchungen und Flugausfällen errreichen Sie Air Berlin 24 Stunden am Tag unter folgender Rufnummer:
01805 737 800 (0,14 €/min)
Flugverspätungen durch Streiks
Sollte Ihr gebuchter Flug durch den Pilotenstreik verspätet abfliegen, haben Sie nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs Anspruch auf eine pauschale Entschädigung. Bislang galt diese Entschädigung nur bei einer Flug-Annullierung.
Quelle: BizTravel
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1 Kommentar »



Tja, das ist eine Situation in die sich die Fluggesellschaften zusammen mit den Reiseanbietern selbst manövriert haben. Wer immer und immer billiger werden will kommt natürlich in eine problematische Situation wenn die Angestellten (ohne die es ja nicht geht) plötzlich mehr Geld oder bessere Rahmenbedingungen fordern.
Ob ein solch früher Streik nun gut ist oder nicht kann ich ohne tiefere Kenntnisse nicht beurteilen, aber vielleicht wandelt sich unsere Gesellschaft irgendwann wieder dahin das man für Leistung auch einen angemessenen Preis bezahlt.