Fliegen mit Behinderung – worauf muss ich achten?

Geschrieben von am 24. August 2009 | Abgelegt unter Reisetipps unserer Mitarbeiter

Bild Rollstühle: Nicht alle dürfen mitDas Flugzeug gehört mittlerweile zum Standard-Transportmittel, wenn es auf Reisen geht. Fast jeder hat schon eine Flugreise unternommen und konnte feststellen, dass es nur sehr selten zu Komplikationen kommt. Aber was ist mit behinderten Menschen, die zum Beispiel mit einem Rollstuhl auf Reisen geht? Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gibt es auf Flugreisen einiges zu beachten.

Zwar ist das Flughafen-Personal in aller Regel sehr gut geschult, trotzdem fehlt den Mitarbeitern am Boden und in der Luft oftmals die Erfahrungen, wie sie mit behinderten Menschen umgehen müssen. Behinderte Menschen, die eine Flugreise planen, sollten sich daher vorab sehr gut informieren, damit Sie den manchmal überfordert wirkenden Personal bei Ihrer Aufgabe helfen können.

Eines vorweg: Seit Mitte 2008 regelt eine EU-Verordnung, wie behinderte Fluggäste von Seiten des Flughafens und der Airline betreut werden sollten. Menschen mit Mobilitätseinschränkung können durch diese Verordnung überall in Europa mit den gleichen Dienstleistungen rechnen. Sie haben ein Anrecht darauf, dass sie von der Ankunft im Flughafen bis zur Rückkehr durchgehend betreut werden. Bis zu dieser Verordnung lag es oftmals an der Airline, die Betreuung für behinderte Menschen zu übernehmen. Mit Inkrafttreten der EU-Verordnung liegt die Gewährleistung der Betreuung nun bei den Flughäfen.

Wichtige Punkte für Menschen mit Mobilitätseinschränkung:

  • Sollten Sie eine Reise oder einen Flug bei uns buchen, rufen Sie am besten unser kostengünstiges Callcenter unter der Rufnummer 06109-505400 (normaler Telefontarif) an. Unsere Mitarbeiter werden dann gleich die richtige Buchungsklasse buchen und entsprechende Unterstützung anmelden.
  • Damit Sie in den Service vom jeweiligen Flughafen in Anspruch nehmen können, müssen Sie rechtzeitig, mindestens 48 Stunden vor der angegebenen Abflugszeit, Ihre Bedürfnis nach Unterstützung am Flughafen, der Fluggesellschaft oder dem Reiseanbieter zu anzumelden.
  • Der Service ist immer kostenlos. Der Flughafen oder die Fluggesellschaft darf keine zusätzlichen Kosten in Rechnung stellen.
  • Auch wenn Sie nicht der Meinung sind, dass Sie Hilfe benötigen, sollten Sie vor der Reise die Fluggesellschaften bzw. den Flughäfen über Ihre eingeschränkte Mobilität informieren, soweit dies für die Abfertigung und den Transport notwendig ist.
  • Mobilitätseingeschränkte Reisende sollten sich bis spätestens zwei Stunden vor Abflug  beim Check-In-Schalter melden. Nur so können die Fluggesellschaften einen reibungslosen Ablauf garantieren!
  • Als Behinderter können Sie für den kompletten Reiseverlauf, beginnend vom Haupteingang über den gesamten Check-In-Prozess,  dem Transport zum Flugzeug bis zum Sitzplatz sowie nach der Landung bei der Entgegennahme des Gepäcks, durch den Zollbereich bis hin zum Haupteingang des Ankunftszielflughafens, Hilfe anfordern.
  • Neben der Flugabfertigung steht Ihnen auch Unterstützung bei anderen Transportmöglichkeiten, wie z.B. Fernbahnhöfen, U-Bahn-Höfen, Bushaltestellen und Taxi-Ständen sowie Flughafenparkplätzen zu.
  • Leih-Rollstühle sollten spätestens 8 Stunden vor Abflug reserviert werden.
  • Sollten Sie einen Elektrorollstuhl mit Trockenbatterie antreiben, gibt es keine Probleme mit der Beförderung, wenn die Kabelanschlüsse von der Batterie abgeklemmt sind, die Batteriepole isoliert wurden und die Batterie fest auf dem Rollstuhl montiert ist. Rollstühle mit sogenannten Nassbatterien werden aus Sicherheitsgründen nicht befördert.
  • Möchten Sie Ihren eigenen Rollstuhl mit auf Reisen nehmen, dürfen die Airlines keine Zusatzkosten in Rechnung stellen. Allerdings werden private Rollstühle nur in Ausnahmefällen in der Kabine transportiert.
  • Benötigen Sie einen Begleithund, dürfen Fluggesellschaften die Mitnahme nicht verweigern. Voraussetzung ist, dass der Hund entsprechend gekennzeichnet ist und die vorgeschriebene Anmeldefrist eingehalten worden ist.
  • Mobilitätseingeschränkte Menschen, die viel Fliegen, sollten sich eine so genannte Fremec-Card ausstellen lassen. Diese Karte hat die Lufthansa in Zusammenarbeit mit anderen Airlines entwickelt, und beschleunigt das Prozedere bei der Anmeldung und Abfertigung am Check.

Die Fremec-Card können Sie unter folgender Adresse beantragen:

Lufthansa Service Center

Meda-Desk
Willhelmshöherallee 254
34119 Kassel
Deutschland
Tel. 01805-838038
Fax 0561-9933117
Lufthansa Service Center

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen
Empfehlen
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen
Google+
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Twitter senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen
Tweet

3 Kommentare zu “Fliegen mit Behinderung – worauf muss ich achten?”

  • Lisa
     

    Den Artikel find ich sehr interessant.
    Aber auf accept-reisen.de/downloads/Reiseinformationen/Rollstuhlrechte.pdf wird alles auch noch mal genauer und ausführlicher beschrieben ;)

  • Seeseke, Bruno
     

    Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren.
    Da ich einen Schwerbehindertenausweis mit 70 Grad der Behinderung besitze und somit im Voraus mir einen Platz resevieren kann, habe ich dieses getan. Die Buchung am 08.05. besagt im Hinflug 4A+4B und im Rückflug 11F+11E. Beides Mal Mittelplatz für mich. Meine Behinderung beruht in keiner Weise auf eine körperliche Behinderung. Darauf habe ich ausdrücklich und wiederholt hingewiesen. Ich habe darauf hingewiesen, dass ich auf Grund meiner Behinderung evtl. des öfteren die Toilette aufsuchen muss und möglichst Mitreisende nicht stören möchte. Beim Reisebüro habe ich darum gebeten, mir einen Gangplatz zu reservieren. Der Dame wurde mitgeteilt, dass für mich als Behinderter ein Gangplatz nicht zu reservieren sei. Das sehe ich als sehr dumme Diskriminierung an. Ich habe dem Reiseveranstalter TUI in Hannover mitgeteilt, dass ich bei allen möglichen Stellen – Petitionsausschuss des Bundestages + der EU gegen diese Diskriminierung intervenieren werde. Vielleicht können Sie auch helfen. DANKE. Herzliche Grüße und frohe Ostertage Bruno Seeseke

  • wolf eickhoff
     

    Direkt bei der Airline reservieren .Klappt!!
    Dann bekommen Sie auch die Reihe und den Platz sofort mitgeteilt.
    Wie gesagt nicht bei den Reisebüro oderVeranstalter !!

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben